Michaela Werner DSGN digital Hannover
KI & Webdesign

Website-Relaunch in einer Woche.

Am 2. Oktober gab es Fachtexte, ein Logo und eine Baukastenseite. Am 8. Oktober war die neue Website online. Sechs Tage, Schritt für Schritt erzählt.

Michaela Werner7 Min. LesezeitClaude Code · Onepager · Website-Relaunch · WordPress
Zeitstrahl des Relaunchs in vier Stationen von Freitag bis Donnerstag, daneben die Angabe sechs Tage von der ersten Datei bis zum Livegang

Kai Bernhardt berät Unternehmen im Mittelstand: Organisation, Prozesse, Konflikte. Seine Website war ein Baukasten aus dem Vorjahr und zeigte von dieser Arbeit wenig. Anfang Oktober sollte eine neue her, und zwar innerhalb einer Woche.

Am Donnerstag, dem 8. Oktober, ging bernhardtconsult.de online. Sechs Tage nach der ersten Datei und drei Tage vor dem selbst gesetzten Termin. Hier steht, was in diesen sechs Tagen passiert ist, und vor allem: was davor fertig sein musste, damit das überhaupt geht.

6

Tage von der ersten Datei bis online

9

Abschnitte auf einer Seite

14

Kommentare im Entwurf

3

Tage vor dem Zieltermin fertig

Tempo entsteht vorher, nicht beim Bauen.

Die ehrlichste Antwort auf die Frage, warum es so schnell ging: Kai hatte seine Inhalte schon. Sieben ausformulierte Fachtexte über seine Arbeit, ein gepflegtes LinkedIn-Profil, ein Logo, vier Porträtfotos von einem echten Shooting. Nichts davon musste erfunden, erfragt oder abgewartet werden.

Das ist der Unterschied, den kaum jemand auf der Rechnung hat. In den meisten Projekten vergeht die Zeit nicht beim Gestalten und nicht beim Programmieren. Sie vergeht beim Warten: auf Texte, auf Fotos, auf die Entscheidung, welche drei von zwölf Leistungen auf die Seite kommen. Eine Woche ist kein Technik-Versprechen. Eine Woche ist das, was übrig bleibt, wenn diese Wartezeiten vorher erledigt sind.

Die Woche entscheidet sich nicht am Tempo der Umsetzung, sondern daran, wie viel vorher schon feststeht.

Die sechs Tage, der Reihe nach.

01

Freitag: Faktenbasis

Kais Texte, sein Profil und eine Prüfung der alten Seite werden zu einer einzigen Übersicht. Jede Aussage bekommt einen Status: belegt, Annahme oder offen. Was offen bleibt, kommt als Frage auf eine Liste und nicht auf die Website.

02

Freitag: Konzept und Texte

Positionierung, Zielgruppe, Suchbegriffe, Abschnittsfolge und die kompletten Texte des Onepagers entstehen am selben Tag. Möglich ist das nur, weil die Faktenbasis die Inhalte schon sortiert hat.

03

Freitag: Entwurf und zweite Design-Runde

Aus den Texten entsteht ein anklickbarer Entwurf. Noch am selben Tag bekommt er eine zweite Gestaltung, dazu unten mehr.

04

Samstag: Werkzeug für die Abstimmung

Kai bekommt den Entwurf nicht als PDF, sondern als Website mit einer Kommentarfunktion. Wie die funktioniert, steht weiter unten.

05

Dienstag: Kais Rückmeldung

Vierzehn Kommentare, jeder an genau der Stelle, um die es geht. Drei davon korrigieren Fachliches, das von außen niemand hätte wissen können.

06

Donnerstag: Bau und Livegang

Die Seite entsteht in WordPress, die Domain zieht um, Weiterleitungen werden gesetzt, Suchmaschinen freigegeben. Nachmittags ist sie online.

Zwischen Samstag und Dienstag liegt eine Lücke. Das ist kein Versehen, sondern der wichtigste Teil des Plans: die Zeit, in der der Kunde liest. Diese Tage lassen sich nicht komprimieren, und wer es versucht, bekommt Rückmeldungen, die nicht durchdacht sind.

Die zweite Design-Runde: Vorbilder statt Geschmack.

Der erste Entwurf war ordentlich. Er sah aus, wie eine Beratungsseite aussieht, und genau das war das Problem. Für die zweite Runde bin ich anders vorgegangen: Statt zu beschreiben, was mir vorschwebt, habe ich mehrere Websites zusammengestellt, deren Wirkung ich für richtig hielt, und sie in Claude Design analysieren lassen.

Dabei kommt keine Kopie heraus, sondern eine Zerlegung: Wie viel Luft steht zwischen den Abschnitten? Wie viele Flächenwechsel verträgt eine lange Seite? Wo sitzt der Akzent, und wie oft wiederholt er sich? Aus diesen Antworten ist ein eigenes System für Bernhardt.Consult entstanden, aufgebaut auf den Farben aus Kais Logo.

01Keine durchgehend dunklen Abschnitte mehr, stattdessen Weiß und ein sehr helles Blau im Wechsel
02Nummerierte Kapitel von 01 bis 09 als kleine Überzeile, damit eine lange Seite lesbar bleibt
03Ein Farbverlauf als einziger Akzent, für Knöpfe, Linien, Ziffern und ein hervorgehobenes Wort je Überschrift
04Je Leistung ein eigenes Bild statt fünf Textblöcken untereinander
05Eine Karte im Kopfbereich, die den Ablauf in fünf Schritten zeigt

Der ganze Schritt hat einen Abend gedauert. Die Diskussion über Geschmack, die sonst an dieser Stelle steht, ist ausgefallen, weil es um nachvollziehbare Entscheidungen ging und nicht um Vorlieben.

Kommentieren statt E-Mails schreiben.

Abstimmung ist der Punkt, an dem Projekte Zeit verlieren. Der übliche Weg geht so: Der Kunde bekommt einen Link oder ein PDF, schreibt eine E-Mail mit zwölf Punkten, und dann beginnt das Suchen. „Der zweite Absatz unter den Leistungen“ ist eine Beschreibung, keine Adresse. Bei jeder Rückfrage geht eine weitere Mail hin und her.

Für Kai habe ich deshalb den Entwurf als eigene kleine Anwendung bereitgestellt. Er meldet sich mit seinem Namen an, schaltet unten „Kommentieren“ ein und klickt danach direkt auf die Stelle, um die es geht: eine Überschrift, einen Absatz, ein Bild, einen Knopf. Es öffnet sich ein Eingabefeld, darüber steht, welche Stelle er getroffen hat. Nach dem Speichern sitzt dort eine gelbe Markierung mit einer Nummer.

01Jeder Kommentar hängt an einem Element der Seite, nicht an einer Beschreibung
02Rechts läuft eine Liste mit Nummer, Name, Datum, Textstelle und Kommentar
03Ein Klick auf die Textstelle springt zurück an die Stelle auf der Seite
04Meine Antworten erscheinen bei ihm, ohne dass er neu laden muss
05Erledigte Punkte lassen sich abhaken und verschwinden aus der Ansicht
06Die ganze Liste lässt sich als Datei herunterladen

Der letzte Punkt ist der, der die Zeit spart. Die heruntergeladene Liste enthält zu jedem Kommentar die Stelle, an der er sitzt. Damit ließen sich Kais vierzehn Punkte in einem Durchgang in die Texte einarbeiten, statt sie einzeln aus einer E-Mail zu suchen. Von seiner Rückmeldung bis zur überarbeiteten Textfassung verging ein Vormittag.

Drei seiner Kommentare waren fachliche Korrekturen: ein Titel, der anders heißt als angenommen, ein Beispielbetrieb mit zehn statt siebzig Mitarbeitenden, ein Satz, den er lieber in seinen eigenen Worten stehen hat. Solche Hinweise kommen nur, wenn das Kommentieren leicht genug ist, dass auch Kleinigkeiten den Weg finden.

Was Tempo nicht ersetzt.

Eine schnelle Seite ist keine fertige Seite. Am Tag des Livegangs standen noch Punkte offen: ein neues Foto für die Kontaktkarte, die Bestätigung einiger Angaben im Impressum, die Frage, wann der alte Baukastenvertrag endet. Nichts davon hält einen Start auf, aber es verschwindet auch nicht von allein.

Und es gibt Dinge, die sich grundsätzlich nicht beschleunigen lassen. Fotos brauchen einen Termin. Freigaben brauchen den Menschen, der sie gibt. Die Entscheidung, für wen eine Seite eigentlich gemacht ist, braucht ein Gespräch und manchmal eine Nacht darüber. Wer diese drei Dinge in die Woche hineinschiebt, bekommt keine schnelle Website, sondern eine schlechte.

Wann eine Woche realistisch ist.

Nach diesem Projekt und den Relaunches davor sind es immer dieselben Bedingungen:

01Es geht um einen Onepager oder eine kleine Seite, nicht um einen Shop oder einen Mitgliederbereich
02Deine Inhalte existieren schon in irgendeiner Form, auch als Rohtext oder Vortragsunterlage
03Es gibt Fotos, oder es ist entschieden, dass vorerst ohne Porträt gearbeitet wird
04Du bist in dieser Woche erreichbar und kannst innerhalb von zwei Tagen rückmelden
05Eine Person entscheidet, nicht ein Gremium
06Der Funktionsumfang steht vorher fest und wächst unterwegs nicht

Fehlt eine dieser Bedingungen, ist eine Woche trotzdem möglich, nur eben nicht die Woche, in der das Projekt startet. Dann steht am Anfang die Vorarbeit, und der Bau rückt nach hinten. Das ist kein Rückschritt, sondern die ehrlichere Planung.

Häufige Fragen.

Wie lange dauert ein Website-Relaunch normalerweise?

Für einen Onepager mit vorhandenen Inhalten reicht eine Woche. Für eine mehrseitige Website mit neuen Texten und einem Fotoshooting plane ich vier bis acht Wochen, wobei der größte Teil davon auf Abstimmung und Materialbeschaffung entfällt und nicht auf die Umsetzung.

Was muss ich vorbereiten, damit es schnell geht?

Drei Dinge: deine Inhalte in irgendeiner Form, auch unfertig. Bildmaterial oder die Entscheidung, zunächst ohne auszukommen. Und einen Zeitraum, in dem du erreichbar bist. Alles andere entsteht im Projekt.

Leidet die Qualität, wenn es schnell geht?

Sie leidet, wenn das Tempo aus dem Weglassen kommt. Sie leidet nicht, wenn es aus guter Vorbereitung und aus Werkzeugen kommt, die Leerlauf vermeiden. Bei Bernhardt.Consult sind trotz der sechs Tage alle Abschnitte abgestimmt, die Weiterleitungen der alten Adressen gesetzt und die strukturierten Daten hinterlegt.

Reicht ein Onepager als Website?

Für ein klares Angebot mit einer Zielgruppe reicht er oft länger, als man denkt. Er zwingt zur Entscheidung, was wirklich wichtig ist, und er lässt sich später um einzelne Seiten erweitern, ohne dass die Startseite neu gebaut werden muss. Genau so ist die Seite von Kai angelegt.

Was kostet ein Relaunch in dieser Geschwindigkeit?

Nicht mehr als einer, der länger dauert. Abgerechnet wird der Aufwand, und der hängt am Umfang, nicht am Kalender. Die Rahmen stehen bei den Angeboten, den genauen Umfang klären wir im Erstgespräch.

Erstgespräch

Steht bei dir auch ein Termin im Kalender?

Erzähl mir, bis wann deine Seite stehen muss und was du schon hast. Ich sage dir ehrlich, ob eine Woche reicht oder was vorher passieren sollte.

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