Michaela Werner DSGN digital Hannover
KI & Content

Vom Rohmaterial zum LinkedIn-Video.

Vier Handyvideos, fünf Fotos, ein Buchcover: Nach 10 bis 20 Minuten steht ein fertiges LinkedIn-Video im eigenen CI. Wie ich dabei vorgehe und welche Technik es braucht.

Michaela Werner4 Min. LesezeitClaude Code · KI · LinkedIn · Video
Drei Szenen aus dem LinkedIn-Video zum Buchlaunch Gefühlsduselei: Titelkarte, Buchbindemaschine, aufgeschlagene Buchseite

Am 25. September war Buchlaunch: „Gefühlsduselei“, eine kollaborative Gefühlssammlung. Aus der Druckerei gab es jede Menge Material: Handyvideos, Fotos, laufende Maschinen, die ersten fertigen Seiten. Genau die Art Material, die sonst auf dem Handy liegen bleibt, weil zum Schneiden die Zeit fehlt.

Daraus habe ich ein Video für LinkedIn gemacht: 29 Sekunden, Hochformat, im Look der Marke, mit Originalton. Ohne Schnittprogramm, mit einer KI, die den technischen Teil übernimmt. Und in 10 bis 20 Minuten.

Das fertige Video: 29 Sekunden im Hochformat, mit Originalton.
20

Minuten bis zum fertigen Video, oft weniger

9:16

Hochformat, 1080 × 1920 Pixel

29

Sekunden Laufzeit

0

Schnittprogramme

Erst die Botschaft, dann das Material.

Die KI kann schneiden, skalieren und Text setzen. Was sie nicht weiß: wofür das Video da ist. Deshalb kläre ich vorher immer dieselben Punkte:

01Wo läuft das Video: LinkedIn, Instagram oder die eigene Website?
02Was ist die eine Botschaft? Hier: Buchtitel und Datum. Alles andere ist Stimmung.
03Wie lang darf es werden? Für den Feed setze ich eine harte Grenze von 30 Sekunden.
04Welches Erscheinungsbild gilt? Farben, Schriften und Verläufe aus dem CI.
05Sind alle, die zu sehen sind, mit der Veröffentlichung einverstanden?

Eine Vorgabe war das Buchcover: Es selbst sollte nicht ins Video, seine Schrift aber schon. Die KI hat mir neun freie Schriften nebeneinander gesetzt, ich habe die passendste ausgewählt. Die Entscheidung bleibt bei mir. Die KI sorgt dafür, dass sie in fünf Minuten fällt statt an einem Nachmittag.

Was es technisch braucht.

01Einen KI-Assistenten mit Zugriff auf einen Ordner am Rechner, bei mir ist das Claude Code
02Das Rohmaterial als Dateien, direkt vom Handy
03Das CI als Dateien: Farben, Schriften, Styleguide
04FFmpeg für Schnitt und Ton, Python für Titelkarte und Einblendungen
05Freie Schriften mit offener Lizenz

Das ganze Video ist in einem kleinen Skript beschrieben, das die KI schreibt und ausführt. Jede Änderung ist damit eine Zeile, etwa ein anderer Ausschnitt oder ein neuer Text im Abspann. Danach wird das Video in wenigen Minuten neu gebaut, ohne dass etwas verrutscht.

Für einen Clip wie diesen reicht das völlig. Bei komplexeren Projekten setze ich auf Remotion: Dort entstehen Videos aus Webtechnik, mit fein gesteuerten Animationen, wiederverwendbaren Vorlagen (etwa für eine ganze Serie im gleichen Look) und einem Studio, in dem du Texte und Längen selbst anpassen kannst.

Wie ich vorgehe.

01

Briefing

Kanal, Botschaft, Länge und CI klären. Das Material landet unsortiert in einem Ordner.

02

Sichten

Die KI legt von jedem Video einen Kontaktbogen an. So sehe ich auf einen Blick, wo die starken Momente liegen.

03

Gestalten

Titelkarte, Einblendungen und Abspann entstehen im CI: Verlauf, Wellenlinien, die Schrift vom Cover.

04

Entwurf

Die KI schneidet, blendet über und rechnet das Video im Hochformat. Ich prüfe das Ergebnis und gebe Änderungen vor.

05

Übergabe

Das fertige Video, dazu das Skript, mit dem sich jede Version später wieder herstellen lässt.

Der erste Entwurf ist kein Ergebnis. Er ist die Frage, an der ich merke, was das Video wirklich braucht.

Was die Feedbackrunden verändert haben.

Tempo raus. Stark beschleunigte Szenen wirkten hektisch, die Atmosphäre der Druckerei war weg. Jetzt laufen kürzere Ausschnitte in normaler Geschwindigkeit, mit Originalton: das Rattern der Maschinen, das Lachen, die Stimmen.

Das Buch im Mittelpunkt. Im Abspann stand zuerst mein Logo. Das Video handelt aber vom Buch, deshalb steht dort jetzt „Kollaborative Gefühlssammlung“.

Der erste Frame. LinkedIn nimmt das erste Bild als Vorschau im Feed. Beginnt das Video mit einer Einblendung, ist dieses Bild leer. Deshalb steht vorne die fertige Titelkarte als Standbild, danach folgt die Animation.

Was ich für LinkedIn-Videos mitnehme.

01Der erste Frame ist das Vorschaubild. Er sollte die Botschaft schon komplett zeigen.
02Die meisten schauen ohne Ton. Titel und Datum gehören dauerhaft ins Bild.
03Hochformat 9:16 nimmt im mobilen Feed den meisten Platz ein.
04Die Marke trägt das Video, ohne sich vor den Inhalt zu stellen.

Wo die Grenzen liegen.

Die KI sieht Standbilder, aber sie hört nicht hin. Ob an einem Schnitt ein Satz mitten im Wort abbricht, merke ich erst beim Anschauen. Sie weiß auch nicht, welcher Moment für die Beteiligten der wichtigste war. Deshalb gilt hier dasselbe wie bei meinen Websites: Die KI baut schnell. Angeschaut und freigegeben wird von mir.

Häufige Fragen.

Wie lange dauert so ein Video?

Steht die Botschaft fest und liegt das Material bereit, ist ein Video wie dieses in 10 bis 20 Minuten fertig, inklusive Feedbackrunden.

Reichen Handyvideos als Material?

Ja. Das Gefühlsduselei-Video besteht komplett aus Handyaufnahmen. Wichtiger als die Kamera sind ein paar ruhige Momente statt nur Schwenks.

Kann ich später selbst Änderungen machen?

Du bekommst das Skript mit. Ausschnitte, Längen und Texte stehen darin als übersichtliche Liste. Mit einem KI-Assistenten ist eine neue Version eine Sache von Minuten.

Erstgespräch

Dein Material liegt schon auf dem Handy?

Erzähl mir, was du zeigen möchtest und wo es laufen soll. Ich mache daraus ein Video in deinem Erscheinungsbild, mit einer Botschaft, die im Feed ankommt.

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