Michaela Werner DSGN digital Hannover
KI & Webdesign

Zwei Stunden, eine Website: der Vibe-Coding-Workshop bei NEXSTER

Wie Gründerinnen in zwei Stunden ihre eigene Website bauen, ohne eine Zeile Code zu schreiben. Die drei Regeln aus dem Workshop, weitere Einsatzfelder und wie du ihn für dein Team buchst.

Michaela Werner3 Min. LesezeitClaude Code · KI · Vibe Coding
Titelfolie des Online-Workshops: Vibe Coding, In zwei Stunden zur eigenen Website, für Gründerinnen bei EXIST-Women by NEXSTER

Am 5. November habe ich für EXIST-Women by NEXSTER einen Online-Workshop gegeben: Vibe Coding: In zwei Stunden zur eigenen Website. Zwei Stunden, kein Vorwissen nötig, am Ende stand bei jeder eine Website im Browser. Die Unterlagen stehen seitdem offen: Folien und Website-Musterbuch.

2

Stunden, online

19

Folien plus Musterbuch

0

Zeilen Code von Hand

Vibe Coding ist ein Gespräch, kein Zauberwort.

Der Begriff klingt nach Magie, und genau das ist das Problem. Wer „bau mir eine Website“ eintippt, bekommt irgendetwas. Wer weiß, was er will, bekommt es. Die Arbeit läuft in drei Schritten, und der dritte ist der, den die meisten unterschätzen:

01

Sagen

„Füge eine Kopfzeile mit meinem Namen ein.“

02

Sehen

Claude baut. Du lädst die Seite im Browser neu.

03

Korrigieren

„Mach den Namen größer.“ So lange, bis es passt.

Drei Regeln, die den Unterschied machen.

01Mach das Ziel prüfbar: „Fertig, wenn mein Name oben in der Kopfzeile steht.“
02Wo das Ziel offen ist, gehst du in kleinen Schritten: Abschnitt für Abschnitt statt „Bau mir eine Website“.
03Erst festlegen, dann bauen: Farben und Schriften zuerst, damit jeder Abschnitt dazu passt.
Wie viel Freiheit die KI bekommt, hängt davon ab, wie klar deine Ziele sind.

Warum die Gestaltung zuerst kommt.

Das ist der Punkt, an dem sich Vibe Coding von Herumprobieren unterscheidet. Wer ohne Festlegung anfängt, bekommt zehn Abschnitte in zehn Blautönen. Deshalb steht am Anfang das Website-Musterbuch: eine Seite, auf der du Farben und Schriften auswählst und dir daraus einen fertigen Gestaltungsauftrag kopierst. Erst danach entsteht das Grundgerüst, dann kommt Abschnitt für Abschnitt dazu.

Geübt haben wir an einer erfundenen Firma: Studio Feldweg, Gartenplanung für kleine Stadtgärten, Höfe und Dachterrassen. Eine Demo-Firma nimmt den Druck raus. Es geht erst um die eigene Seite, wenn das Vorgehen sitzt.

Drei Sätze für den Moment, in dem es hakt.

Es hakt immer irgendwann. Diese drei Sätze haben im Workshop jedes Mal geholfen:

01„Mach die letzte Änderung rückgängig.“ Es gibt immer einen Weg zurück.
02„Erklär mir in zwei Sätzen, was du geändert hast.“ So verstehst du, was im Code passiert.
03„Ändere nur … und nichts anderes.“ Je genauer der Auftrag, desto besser das Ergebnis.

Eine Website ist nur der Anfang.

Dieselbe Arbeitsweise trägt überall dort, wo du ein kleines Werkzeug brauchst und keines findest, das wirklich passt. Ein paar Beispiele, die sich an einem Nachmittag bauen lassen:

01Einen Contentplaner, der deinem Rhythmus folgt statt dem eines fremden Tools
02Eine To-do-Liste mit genau den Feldern, die du brauchst, und keinem mehr
03Ein kleines CRM für deine Kundinnen, ohne Monatsgebühr
04Checklisten für Abläufe, die sich bei dir ohnehin jede Woche wiederholen

Der Unterschied zu einer fertigen App: Es gehört dir. Es kostet nichts im Monat. Und du änderst es selbst, sobald sich dein Arbeiten ändert.

Die Unterlagen stehen offen.

Du warst nicht dabei? Macht nichts. Die Folien und das Website-Musterbuch liegen frei zugänglich auf dieser Website. Blätter durch die Folien, such dir eine Farbpalette aus, probier den Gestaltungsauftrag in Claude Code aus.

Lieber gemeinsam? Dann machen wir einen Workshop.

Allein durchzuarbeiten funktioniert. Zu zweit oder in der Gruppe geht es schneller, weil die Stellen, an denen es hakt, bei allen dieselben sind. Deshalb gebe ich den Workshop auch außerhalb von Gründerinnenprogrammen: für Netzwerke, Teams und Gruppen, die das miteinander lernen wollen.

Zwei Stunden, kein Vorwissen, und am Ende hat jede etwas Eigenes gebaut statt nur zugesehen. Das Beispiel richte ich nach eurer Arbeit aus: die eigene Website, ein Contentplaner, eine Checkliste, was bei euch gerade ansteht.

Klingt das nach eurem nächsten Teamtag? Lass uns darüber sprechen, dann überlegen wir gemeinsam, was für euch sinnvoll ist.

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